Muktinath, 3670 m – Kagbeni, 2880 m (2.30 Std.)
Nach dem langen Marsch über den Paß ein "Schontag": Nach
Besuch der Pagode und dem Nyingmapakloster mit der Gasflamme und der
Wasserquelle wandern wir gemütlich auf dem alten Pilgerpfad
über Jharkot, 3580 m in 1.15 Std. nach Khinghar, 3400 m. Nun gehen
wir links am Hang entlang, nehmen bald die Abzweigung nach rechts
hinunter in den Talgrund und erreichen so in 1.15 Std. Kagbeni, 2880 m.
Sehr originelles Dorf am Thak Khola.
Eilige können übrigens
von Muktinath auch in einem Tag nach Jomosom oder Marpha gelangen.
Tagebuch:
Heute morgen stiegen wir - nach Plan - ohne Frühstück - zum Chumig Gyatsa (Hundert Wasser)
oberhalb von Muktinath.
Der Tag war wegen des Tihar Festes gut gewählt.
Was wir dort zu sehen bekamen war dann aber auch unglaublich. Es war etwa -5 Grad Celsius kalt -
also wirklich minus fünf Grad.
Viele Pilger waren mit uns auf dem Weg zu der großen Tempelanlage.
Zuerst besuchten wir den etwas abseits liegenden Shiva-Tempel(Shiva Parvati Mandir).
Govinda betete etwas
und wir schauten uns alles an.
Dann kamen wir zu den
108 heiligen Quellen. Und hier entkleideten sich die Pilger (bei -5 Grad)
und hüpften in kurzen Hosen und einem Tuch auf dem Kopf in drei Runden unter den
108 Duschen der 108 heiligen Quellen hindurch.
Die Frauen in rote Tücher gehüllt machten das gleiche, wobei sie auf jeder Runde
noch in dem großen Wasser-Becken abtauchten. Brrr - das war kalt.
Govinda füllte sich etwas von dem heiligen Wasser in eine "heilige" Coca-Cola-Flasche.
Er will das mit nach Hause nehmen und etwas auch für den Vater mitbringen.
Dann gingen wir zum Buddhistisch-Hinduistischen Tempel, der in der Mitte stand.
Der Priester dieses Tempels machte eine heilige Zeremonie für uns - für etwas Donation bekam ich mein rotes
Tikka. Mit Govinda machte er noch etwas mit dem heiligen Feuer. Der Sinn dieses Gebetes
war nach Govindas Aussage, dass das Geld zurück nach Hause kommt.
Dann ging es weiter zur heiligen Flamme - hier kommt aus der Erde eine Wasser-Quelle,
die zusammen mit einer Erdgas-Blase im Erdinneren Wasser und Feuer hervorbringt. Dieses "Wunder" der
Verbindung von Wasser und Feuer, gemeinsam mit der Erde und dem Himmel, die ja hier ringsherum sind,
ergibt die besondere Heiligkeit dieses Ortes.
Auf dem Weg zur heiligen Flamme sollte ich noch aus den herumliegenden Steinen einen kleinen Tempel
bauen, wie sie hier überall zusammengestapelt sind. Somit steht nun in Muktinath der eigene "Dils"-Tempel.
Wer kann sowas schon vorweisen?
Nach dem ganzen heiligen Kram kamen wir ausgekühlt und hungrig ins Hotel und freuten
uns ungemein auf unser Frühstück - brauchten allerdings eine ganze Weile bis wir wieder aufgetaut waren.
Nur gut, dass wir keine Dusche genommen hatten.
Nach dem Essen ging es dann nach kurzem Telefonat über die erfolgreiche Überschreitung
des Thorung-La abwärts in Richtung Kali Gandaki-Tal. Unterwegs
überholten uns die Pilger, die von Muktinath kamen, und sich wahrscheinlich wieder
warmlaufen mussten.
Unser Ziel war Kagbeni - wo der Kali Gandaki mit dem Wasser der 108 heiligen Quellen aus Muktinath zusammenfließt.
Unterwegs kamen wir durch Jharkot - wo viele Krähen über einem Feld kreisten!
Am Abend besichtigten wir dann die Altstadt von Kagbeni - mit sehr eigenartiger Architektur
und eigenartigen Skulpturen (das Potenzmännchen!).
Hier geht auch der Weg nach Upper-Mustang. Upper-Mustang dürfen Trekker nur für 700$ Permit betreten.
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